Geselliger Austausch im Foyer

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„In jeder Zeit gibt es Chancen, selbst in der Krise”, ist sich Oliver Schneider sicher. Der Unternehmer teilte am 12. Mai bei der Online-Veranstaltung „WJ IMPULSE“ der Wirtschaftsjunioren Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern (WJ) zusammen mit Andreas Bejm und Gotthard Klassert sein Wissen rund um das Unternehmertum. Bei „WJ IMPULSE” berichten Gründer*innen und Unternehmer*innen von ihren Erfahrungen, die sie in ihrer Selbständigkeit gemacht haben und geben Tipps aus ihrer eigenen Unternehmersicht. Yvonne Backhaus-Arnold, Redaktionsleiterin des Hanauer Anzeigers, moderierte das Gespräch, das live aus dem Hanauer Co-Working Space brick37 gestreamt wurde.

„WJ IMPULSE” ist für das Unternehmernetzwerk WJ eine Herzensangelegenheit. Die Veranstaltung soll den Austausch zwischen erfahrenen Unternemer*innen und Neugründer*innen fördern und somit allen die Möglichkeit geben, neue Perspektiven einzunehmen. Die Zuschauer vor ihren heimischen Bildschirmen konnten per Chat-Funktion Fragen an die drei Podiumsteilnehmer stellen und sich so direkt in die Diskussion einmischen. Kolja Erdmann, Sprecher der Hanauer WJ begrüßt die Gäste: „Wir Wirtschaftsjunioren wollen mit Vorträgen und Veranstaltungen wie die IMPULSE Tipps geben, die einen echten Mehrwert bieten und inspirieren”. Julia Heuwieser, WJ-Hanau-Mitglied und Landesvorsitzende der WJ Hessen ergänzt: „Wenn ihr Unternehmer*in oder Fürhrungskraft seid oder wenn ihr gründen wollt, dann nutzt unser Netzwerk und die Möglichkeiten, die es bietet”.

Mentoren und Netzwerke

Der 24-jährige Andreas Bejm, Unternehmer und Mitglied bei den WJ Hanau, gründete bereits mit 18 Jahren sein eigenes Unternehmen. Mit IMMOLIKE ist er erfolgreicher Immobilienmakler in Schlüchtern und geht dabei ganz neue Wege. Er vermarktet seine Immobilien über Social Media, was auch in der Corona-Zeit sehr gut funktioniert hat. „Manchmal wird man als so junger Unternehmer gar nicht ernst genommen, aber da muss man drüber stehen. Zuerst war ich ganz allein unterwegs, doch dann entdeckte ich das Netzwerk der Wirtschaftsjunioren für mich. Die WJ sind für mich Freunde, mit denen ich über Themen wie Selbständigkeit und Unternehmertum sprechen kann. Sowas ist einfach wichtig”, berichtet Bejm. Heute würde der Unternehmer einiges anders machen, denn sein Weg war vor allem am Anfang schwierig. Er rät dazu, Schulungen und Fortbildungen zu nutzen, um teure Fehler zu vermeiden. Sein Tipp an die Zuschauer: „Probiert euch aus, testet eure Grenzen und sucht euch Mentoren und Netzwerke wie die WJ”.

Nicht zu früh aufgeben

Oliver Schneider hat Informatik studiert und ist seit etwa 16 Jahren Inhaber der 2mt software solutions. Dort führt er ein 12-köpfiges, junges Team, dem er viele Freiheiten gibt. „Unser Unternehmen ist ein riesiger Abenteuerspielplatz. Wir haben keine festen Hierarchien, sondern Rollen. So kann jeder das tun, was er am besten kann. Für mich ist das die perfekte Mischung aus Arbeiten, gutem Arbeitsumfeld und Freundschaft”, berichtet der 36-jährige. Er sei überzeugt, dass es in allen Branchen möglich sei, die alten Strukturen aufzubrechen. „Wir müssen uns nur die Frage stellen, wie wir arbeiten wollen. Und das ist heute oft verbunden mit Sinnerfüllung und persönlicher Weiterbildung. Und nicht immer nur mit mehr Geld”, ist sich der Unternehmer sicher. Er entwickelte mit seinem Team die DAICY-App, über die man das neue Hanau-Ticket generieren kann. Die App ist ein Kontakttagebuch, zeigt außerdem das eigene Corona-Testergebnis fälschungssicher an und ist damit Eintrittskarte in den Hanauer Einzelhandel. „In jeder Zeit gibt es Chancen, selbst in der Krise. Wir haben sie genutzt. Man darf einfach nicht zu früh aufgeben”, resümiert Schneider.

Neugierig sein und bleiben

Gotthard Klassert, Mitinhaber des Hanauer Optikergeschäfts Klassert & Seeliger, ist der erfahrenste Unternehmer in der Gesprächsrunde. Er zeigt sich beeindruckt von den Geschichten seiner Vorredner und freut sich: „Wenn ich das so höre, erinnere ich mich daran, wie ich selbst zusammen mit Uwe Seeliger vor vielen Jahren gegründet habe und mit welcher Energie und Leidenschaft wir da ran gegangen sind. Wir waren wirklich positiv verrückt, uns kamen immer wieder neue Ideen. Zum Glück hatten wir einen Mentor, der uns unterstützt hat”, erinnert sich der Unternehmer. Er ist sich sicher, dass es besonders wichtig sei, jemanden zu haben, der an einen glaubt. Sein Tipp für Unternehmer*innen: „Wenn Du erfolgreich sein willst, dann darfst Du niemals aufhören. Sei immer neugierig! Die Kunst an der Selbständigkeit ist, sich immer wieder neu zu erfinden”. Und das setzt er vor allem in der Corona-Zeit um und geht neue digitale Wege. Klassert & Seeliger nutzt die DAICY App von 2mt software solutions direkt im Geschäft. „Das gibt einfach Sicherheit für unsere Mitarbeiter und unsere Kunden. Wir freuen uns, dass es diese Möglichkeit jetzt endlich gibt”, so Klassert.

Der Unternehmergeist war durch die Bildschirme hindurch deutlich zu spüren. Das wollen die Wirtschaftsjunioren auch in Zukunft fördern. Deshalb haben sie zwei neue Projekte ins Leben gerufen. „Wir haben zum einen ein Mentorenprogramm auf die Beine gestellt, bei dem junge Gründer*innen jeweils ein erfahrenes WJ-Mitglied an die Seite gestellt bekommen. Wir beantworten Fragen, unterstützen bei schwierigen Aufgaben und bieten ein großes Netzwerk. Nutzt diese Möglichkeit und meldet Euch bei uns”, ermutigt WJ-Sprecher Kolja Erdmann die Zuschauer nach den Interviews. „Zum anderen haben wir eine Video-Wissensdatenbank mit Kurz-Tipps von WJ-Mitgliedern für Gründer*innen ins Leben gerufen. Die Videos werden nach und nach auf Facebook unter @WJ.hanau und auf unserer Webseite veröffentlicht”. Der erste Gründertipp feierte live als Abschluss der „WJ IMPULSE” seine Premiere.

Den kompletten, gespeicherten Stream der „WJ IMPULSE“ kann man sich auf Facebook unter @WJ.hanau anschauen.

Hier geht es direkt zum Video der „WJ IMPULSE“

 

Pecha-Kucha – Ein Vortragsformat mit genau 20 Sekunden pro Folie

Diese Herausforderung meisterten drei unserer Gäste beim Pecha Kucha Abend am 29. April. In entspannter WJ-Atmosphäre stellte Mehmet Oturgan seine Geschäftsidee der flexiblen Außenküche – „Flexocube vor. Sebastian Köhler verblüffte uns mit seinem Vortrag zum Thema „KI/Bildverarbeitung“. Das Business-Einkaufportal QuWikiON präsentierte uns Martin Braun. Anschließend blieb natürlich genügend Zeit für hilfreiches Feedback und den Austausch untereinander.

Danke an alle die dabei waren und zu diesem tollen Abend beigetragen haben – Wir freuen uns schon auf den nächsten gemeinsamen Pecha-Kucha Abend!

Du bist Unternehmer*in oder Führungskraft und willst auch dabei sein? Der digitale Pecha-Kucha Abend eignet sich super, um uns kennenzulernen oder dein Unternehmen vorzustellen. Neue Termine findest Du hier oder auf Facebook. Wir freuen uns auf Dich!

 

Die Wirtschaftsjunioren Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern (WJ) verstehen sich als Stimme der Jungen Wirtschaft. Deshalb möchte der Unternehmerverband die Anliegen von Unternehmer*innen auch gegenüber der Politik vertreten. Im März trafen sich deshalb Kolja Erdmann und Nicole Schimmelpfennig, Sprecher der Hanauer Junioren, mit Vertretern der FDP Main-Kinzig und der Jungen Union Hanau/Maintal. Ein Gespräch mit Oberbürgermeister Kaminsky (SPD) fand bereits im Herbst statt. Thema der Gespräche waren unter anderem, wie man Gründer*innen besser unterstützen und die Wirtschaftstreibenden stärker miteinander vernetzen kann.

„Viele Gründungen resultieren daraus, dass Menschen etwas fachlich besonders gut können, und nicht die unternehmerische Profession,” erklärt Kolja Erdmann, Sprecher der Hanauer Wirtschaftsjunioren. „Sie haben oft bereits in anderen Unternehmen gearbeitet und eine Chance in der Spezialisierung gesehen. Geschäftsideen aus heiterem Himmel sind nicht die Regel, auch das vermeintlich notwendige Startkapital schreckt viele ab”, so Erdmann weiter. Dass die Gründung von Unternehmen nicht im Fokus der Regierungen in Bund und Ländern liegt, zeige sich daran, wie wenig solche Themen im Schulunterricht vorkommen, dabei wäre laut Kolja Erdmann genau hier der richtige Startpunkt, um sich über ein eigenes Unternehmen Gedanken zu machen.

Ein eigenes Schulfach Wirtschaft oder auch das Experimentieren mit z.B. von Schülern betriebenen Popup-Stores könne hier viel Kreativität in Bewegung bringen. Die Junioren stärken das Thema bereits mit dem seit Jahren erfolgreichen, ehrenamtlichen Projekt „Schüler als Bosse”, bei dem Schüler aus Abschlussklassen einen Tag lang in den Arbeitsalltag von Unternehmer*innen reinschnuppern können. Aktuell wünschen sich die Sprecher der Wirtschaftsjunioren mehr Transparenz und Verlässlichkeit von Politik und Verwaltung. Viele Unternehmen sind derzeit durch pandemiebedingten Lockdown ohne eigenes Verschulden in Schieflage geraten. „Viele potenzielle Gründer scheuen gar nicht das unternehmerische Risiko, sondern den bürokratischen Aufwand und die rechtlichen Rahmenbedingungen, zum Beispiel im Arbeitsrecht” erklärt Nicole Schimmelpfennig, ebenfalls Sprecherin der Hanauer Wirtschaftsjunioren. „Bei den Wirtschaftsjunioren versuchen wir ein Netzwerk junger Unternehmerinnen und Unternehmer aufzubauen, in dem man sich in den immer wieder aufkommenden Fragen austauschen und gegenseitig beraten kann.

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