Geselliger Austausch im Foyer

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Vor einem Jahr bebte die Erde in der Türkei. Tausende Menschen starben oder verloren ihr zu Hause, ihre Familien und ihre Lebensgrundlage. Deswegen starteten die Wirtschaftsjunioren (WJ) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern das Hilfsprojekt „JCI Helping Heroes“, um den Menschen vor Ort in der Türkei nach dem Erdbeben im Februar 2023 zu helfen. Dazu nutzen die Junioren das weltweite Netzwerk JCI, dem auch die WJ angeschlossen sind. Das Projektteam arbeitet eng mit JCI Türkiye und den besonders betroffenen JCI Kreisen Hatay, Adana und Gaziantep zusammen, um Soforthilfe und langfristige Unterstützung mit dem Bau eines „JCI Hub“ zu leisten. Insgesamt sammelten die Wirtschaftsjunioren weltweit 150.000 Euro für das Projekt, die Grundsteinlegung für den Neubau soll noch in diesem Jahr erfolgen.

„Seit einem Jahr hat sich leider im Gebiet Hatay noch nicht viel getan. Die Zustände vor Ort sind immer noch unvorstellbar, Häuser und Infrastruktur sind noch nicht wieder aufgebaut. Deswegen sind wir froh, mit den Spenden vor Ort wirklich etwas zu bewegen“, sagt Ömer Özbekler, Mitglied der Wirtschaftsjunioren Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern und Projektleiter des Projektes JCI Helping Heroes. „Gemeinsam mit der Libertas Stiftung von Reiner Schmidt haben wir das Projekt im März 2023 gestartet und sind sehr stolz und dankbar, dass uns so viele Menschen und Unternehmen im Main-Kinzig-Kreis und darüber hinaus unterstützt haben.“

Die gemeinnützige Libertas Stiftung wurde von Wirtschaftsjunior Rainer Schmidt ins Leben gerufen, um Hilfsprojekte, besonders im Bildungsbereich, umzusetzen. Stiftungsgründer Reiner Schmidt unterstützt das Projekt selbst mit 25.000 Euro, sodass die Spendensumme von 70.000 Euro von Hanau aus an JCI Türkiye übergeben werden konnte. Das Projekt wurde durch das weltweite Netzwerk von JCI aber auch über die europäischen Grenzen hinaus bekannt. So spendeten andere JCI-Verbände aus aller Welt umgerechnet 80.000 Euro an das Hanauer Hilfsprojekt, allein 40.000 Euro kamen aus Japan. Insgesamt sind 150.000 Euro für das Projekt zusammengekommen.

Die Wirtschaftsjunioren wollen mit Hilfe dieser Spenden ein Jugend- und Gründerzentrum bauen. Das geplante „JCI Hub“ soll Begegnungsstätte und Lernzentrum für junge Menschen sein, die sich vernetzen und weiterbilden wollen. Es soll die persönliche, soziale und berufliche Entwicklung junger Menschen fördern. Das Projekt soll einen Raum schaffen, in dem junge Menschen ihre Führungsqualitäten verbessern, sich unternehmerisch betätigen und zu Projekten mit sozialer Verantwortung beitragen können. Der Bau soll den Menschen vor Ort eine neue Perspektive bieten, die ihre Lebensgrundlage verloren haben. Neben Seminarräumen und Co-Working-Bereichen soll außerdem eine große Aula für Veranstaltungen im neuen Gebäude entstehen. Im Außenbereich sind Grünflächen mit Sitzmöglichkeiten geplant. Die Detailplanung und der Bau selbst soll durch JCI Hatay direkt vor Ort umgesetzt werden. Platz dafür soll auf dem ehemaligen EXPO-Gelände in Hatay geschaffen werden, die Genehmigungsverfahren laufen bereits. Noch in diesem Jahr soll die Grundsteinlegung erfolgen, bei dem die Junioren mit einer Delegation vor Ort sein wollen.

Jan Jonas Kunz, Sprecher der Wirtschaftsjunioren Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern 2024 und 2025, ist begeistert von der Resonanz dieses Projektes: „Wir sind sehr stolz, dass wir als Netzwerk für junge Unternehmer/innen und Führungskräfte so ein großes Projekt ehrenamtlich auf die Beine stellen konnten. Da zeigt sich auch die Stärke unseres großen, internationalen Netzwerkes. Besonders sind wir jedem Einzelnen dankbar, der gespendet hat. Denn ohne diese Spenden hätten wir unsere Idee nicht umsetzen können. Wir freuen uns sehr darauf, den Baufortschritt zu begleiten und am Ende das fertige Jugend- und Gründerzentrum zu besuchen”, so Kunz.

Bei unserer Mitgliederversammlung wurde am 25.01.2024 ein neues Sprecherteam gewählt. Wir feiern in diesem Jahr, das unter dem Motto „Geben. Nehmen. Wachsen!” steht, unser 75-jähriges Bestehen und planen dazu einen Wirtschaftsball im November.

Die jährliche Mitgliederversammlung der Junioren ist ein guter Anlass, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Als Unternehmernetzwerk für junge Selbständigen und Führungskräfte haben wir in 2023 viele Möglichkeiten zum Netzwerken, für fachlichen Austausch und persönlicher Weiterentwicklung geboten. Florian Obermeier, unser Sprecher 2022 und 2023, lobte besonders den Einsatz unserer Junioren bei der den beiden politischen Podiumsdiskussionen und für das Projekt „JCI Helping Heroes”, bei dem Spenden für die Erdbebenopfer in der Türkei gesammelt wurden. Außerdem sei es gelungen, viele weitere Veranstaltungen für Mitglieder und Interessenten ehrenamtlich auf die Beine zu stellen, das sei nicht selbstverständlich. Dazu gehörten Workshops, Betriebsbesichtigungen und das Netzwerktreffen „WJ IMPULSE”, die auch in 2024 wieder zahlreich stattfinden sollen. Der WJ-Terminkalender ist bereits jetzt gut gefüllt. Besondere Highlights in diesem Jahr werden der Netzwerkabend zum Equal Care-Day am 29.02. und der Wirtschaftsball im November zum 75. Jubiläum der Junioren sein. Karten können jetzt schon unter www.wj-wirtschaftsball.de vorbestellt werden.

Unser neuer Vorstand 2024 und 2025

Jan Jonas Kunz (Sprecherteam)
Marielle Schäfer (Sprecherteam)
Franziska Lösel (Schatzmeisterin)
Christoph Traxel (Förderkreissprecher)
Steffi Seip (Ressort Mitglieder)
Maximilian Priess (Ressort Mitglieder und Vision 2025)
Dani Grund (Ressort Mitglieder und Vision 2025)
Nicolas Mey (Ressort Mitglieder und Sponsoring)
Jennifer Münch (Ressort Social Media und Marketing)
Samantha Kramer (Geschäftsfüherin)
Petra Diehm (Sekretariat)
Stefanie Schietzold (Immediate Past President)

Der WJ-Vorstand geht mit dem Motto „Geben. Nehmen. Wachsen!” ins neue Jahr. Der frisch gewählte Sprecher Jan Jonas Kunz möchte mit seinem Team mehr Menschen für die ehrenamtliche Arbeit bei den WJ begeistern: „Wir wollen, dass die Junioren sichtbarer werden. Denn unsere Events und unsere Projekte sind ein großer Mehrwert für den Wirtschaftsstandort MKK. Wir möchten, dass davon noch mehr Unternehmer/innen und Führungskräfte profitieren. In unserem Business-Netzwerk unterstützen wir uns gegenseitig – und das deutschlandweit und darüber hinaus.”

Ehrungen

Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft wurden Martin Schneider, Horst Bechthold, Wolfang Honisch und Björn Mentzer geehrt. Daniel Blasek erhielt den Wanderpokal „aktivstes Mitglied 2023″. Außerdem wurde die Silberne Juniorennadel für besonderes ehrenamtliches Engagement an Florian Obermeier verliehen.

IHK-Wahl

Die Wirtschaftsjunioren wollen auch in 2024 die Stimme der jungen Wirtschaft sein. Deshalb kandidieren 15 Mitglieder der Junioren für Sitze in der IHK-Vollversammlung, die bis zum 20. Februar online gewählt werden kann. Insgesamt haben wir über 100 Mitglieder und freuen uns über viele Interessenten. Wer das Netzwerk kennenlernen möchte, kann sich bei den zahlreichen Veranstaltungen unter „Events“ anmelden.

Unter dem Titel „WJ IMPULSE: Unternehmensnachfolge im Fokus“ veranstalteten die Wirtschaftsjunioren Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern am 21. November einen inspirierenden Abend im Autohaus Krah+Enders in Maintal. Die Netzwerkveranstaltung, in Kooperation mit dem Hanauer Anzeiger, brachte Unternehmer/innen und Führungskräfte aus der Region zusammen, um Erfahrungen und Einblicke rund um das Thema Unternehmensnachfolge zu teilen. Yvonne Backhaus-Arnold, Redaktionsleiterin des Hanauer Anzeigers, führte durch den Abend und moderierte auf dem WJ-Podium Gespräche mit erfolgreichen Unternehmer/innen.

Kristina Klassert, frischgebackene Meisterin und Mitinhaberin des gleichnamigen Optiker-Geschäfts in Hanau, berichtet von ihren Erfahrungen: „Obwohl die Übernahme des Geschäfts noch nicht vollständig abgeschlossen ist, wenden sich die Mitarbeiter bei Fragen und Entscheidungen bereits an mich. Das freut mich natürlich sehr.“ Die Integration der Familie in das Unternehmen sei jedoch nicht immer einfach, da es herausfordernd sei, im privaten Umfeld nicht über die Firma zu sprechen. Sie rät Unternehmer/innen: „Die Großen Sachen kann man nur im Team schaffen. Das habe ich schon im Leistungssport gemerkt. Man muss sich Netzwerke aufbauen, täglich über den Tellerrand blicken und bereit sein, sich auf neue Dinge einzulassen. Die Leidenschaft für das, was man tut, darf dabei nicht fehlen“. Kristina Klassert hat in der Übergabephase auch schon schwierige Momente erlebt: “Man bekommt immer wieder immer Steine in wen weg gelegt, aber daran wächst man. Davon sollte man sich nicht entmutigen lassen.“

Imad Alhawas hat gemeinsam mit seinen Brüdern die Herzberg Klimatechnik GmbH in Altenstadt erfolgreich übernommen und saniert. Dabei ist er als Externer ins Unternehmen eingestiegen. Er hob die Bedeutung von Ehrgeiz, Offenheit und Lernbereitschaft hervor: „Ich habe kein Vorbild in der Familie, das mir zeigt, wie Unternehmertum funktioniert. Das habe ich mir alles selbst beigebracht. Mir ist es am Anfang schwer gefallen, alle Informationen zu sortieren und zu verarbeiten. Das musste ich erst lernen. Im Unternehmen habe ich als Mitarbeiter angefangen und so alle Stationen des Unternehmens kennengelernt.“ Anfangs gab es fünf Mitarbeiter/innen im Unternehmen, jetzt sind es bereits 15. Er rät Unternehmer/innen, am Ball zu bleiben: „Eine Krise ist ein Impuls für eine positive Veränderung. Mit diesem Mindset gehe ich an die Dinger heran. Und man kann nicht erwarten, dass alles sofort glatt läuft. Mein Spruch dazu: Lieber unperfekt gestartet als perfekt gewartet.“

Die erfahrene systemische Coach Teresa Erdmann begleitet Unternehmen beim Nachfolgeprozess. Sie rät dazu, genügend Zeit einzuplanen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten: „Wenn Unternehmer/innen etwa 50 Jahre alt sind, sollten sie sich mit dem Thema Nachfolge beschäftigen. Denn der gesamte Prozess kann auch mal bis zu zehn Jahre dauern. Es kann durchaus sein, dass man mehrere Anläufe braucht, einen passenden Nachfolger zu finden. Und Absprachen können schwierig und langwierig sein.“ Ein besonderer Fall sei immer die Übergabe innerhalb der Familie, denn Familie und Unternehmen seien unterschiedliche Systeme, die im Zuge der Nachfolge in Einklang gebracht werden müssen. Da könne es auch schnell mal emotional werden. Daher empfiehlt Erdmann, eine externe Begleitung dazu zu holen, auch wenn es um das Thema Führung geht: „Führungskraft zu sein ist wie ein Beruf, den man lernt. Das bekommt man nicht in die Wiege gelegt. Ein Sparringspartner ist da sehr hilfreich. Das funktioniert im Coaching, aber auch in Netzwerken wie bei den Wirtschaftsjunioren.“

Florian Obermaier, Sprecher der Wirtschaftsjunioren im Kreis, resümiert: „Wir als Junioren wollen voneinander lernen und neue Perspektiven kennenlernen. Genau das ist die Idee hinter WJ IMPULSE. Wir freuen uns, dass so viele Unternehmer/innen und Führungskräfte unserer Einladung gefolgt sind. Denn wir sind davon überzeugt, dass wir die Herausforderungen in unseren Unternehmen nur gemeinsam lösen können, indem wir miteinander sprechen und uns vernetzen. Das stärkt nicht nur uns selbst, sondern die gesamte Wirtschaft im Kreis.“

Die Veranstaltung „WJ IMPULSE“ ermöglichte den Teilnehmern nicht nur wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Unternehmensnachfolge, sondern bot auch die Gelegenheit zum Networking. Erfolgreiche Unternehmer/innen teilten ihre Erkenntnisse und standen dem Publikum für Fragen zur Verfügung. Insgesamt bot der Abend eine facettenreiche Perspektive auf das komplexe Thema der Unternehmensnachfolge.

Danke an den Yvonne Backhaus-Arnold, den Hanauer Anzeiger und krah+enders für die tolle Unterstützung!

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